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Jura E60 schaltet sporadisch ab und lässt sich nicht mehr einschalten - Druckversion

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Jura E60 schaltet sporadisch ab und lässt sich nicht mehr einschalten - Injector - 22.08.2026

Hallo zusammen,

ich habe eine Jura E60 von meiner Mutter mit einem etwas merkwürdigen Fehlerbild.
Laut meiner Mutter hat sich die Maschine beim Aufheizvorgang immer wieder abgeschaltet. Jedes Mal, wenn ich selbst bei ihr war und sie ausprobiert habe, lief sie allerdings problemlos.
Irgendwann ließ sie sich dann überhaupt nicht mehr einschalten. Da ich als alter Bastler neugierig war, habe ich sie mit dem Auto zu mir mitgenommen. Vielleicht haben die Vibrationen beim Transport etwas verändert – jedenfalls lief sie danach plötzlich wieder.

Dann hat sie ungefähr 2–3 Wochen funktioniert, jeden Tag morgens zwei Kaffee. Danach ließ sie sich wieder nicht einschalten. Nach einigen Tagen stromlos funktioniert sie jetzt plötzlich wieder.
Ich habe inzwischen die Platine angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass R44 etwas dunkel/verfärbt aussieht. Auch im Bereich von U3 und U4, auf denen MOC3062V439Q steht, sieht es für mich etwas dunkel bzw. angekokelt aus. Soweit ich weiß, sind die MOC3062 Optokoppler.
Zusätzlich habe ich die Brühgruppe schon einmal revidiert und die Dichtungen erneuert. Im Gehäuse war etwas Kaffeemehl verteilt. Hinten unten auf der Rückseite, unterhalb der Platine, habe ich ebenfalls etwas Kaffeemehl bzw. Rückstände gefunden. Deshalb frage ich mich, ob eventuell über längere Zeit Feuchtigkeit zusammen mit Kaffeemehl in den Bereich der Elektronik gelangt sein könnte.

Ich bin außerdem auf diesen Thread gestoßen:
https://www.kaffeestudio.de/forum/showthread.php?tid=4007
Dort wird ein ähnliches Fehlerbild beschrieben und unter anderem die Spannungsversorgung bzw. mehrere Dioden auf der Platine als mögliche Ursache genannt.

Was meint ihr zu meiner Platine bzw. zum Bereich R44/U3/U4?
Könnte das die Ursache für das sporadische Abschalten beim Aufheizen sein? 
Oder sieht die Verfärbung für euch noch normal nach jahrelanger Wärmebelastung aus?

Besonders komisch finde ich weiterhin, dass sie nach dem Transport plötzlich 2–3 Wochen funktioniert hat und nach einigen Tagen ohne Strom jetzt wieder läuft.

Fotos von der Platine habe ich angehängt. Wenn jemand die Schaltung dieser E60 kennt, wäre ich für Hinweise sehr dankbar, wo ich mit der Fehlersuche anfangen sollte.
Kann alles durchmessen bin aber Noob, Löten kein Thema.
Billiges Mikroskop mit Display hätte ich auch.
Danke im Voraus!
Lg

[Bild: 20260821-155129.jpg]

[Bild: 20260821-155211.jpg]

Edit R44 scheint nur optisch zu sein zeigt 98 Ohm am Multimeter an


RE: Jura E60 schaltet sporadisch ab und lässt sich nicht mehr einschalten - Schlawi - 23.08.2026

Hallo,

wird wohl der Fehler mit den defekten Dioden der Steuerspannung sein.
Müssten D21, D22, D15 und D16 sein. Die ersetzen gegen Typ 1N4007.
Das andere das du meinst finde ich normal. Kann man mal mit einem Glasfaserstift mal reinigen und schauen. Denke aber, das ist soweit ok.


RE: Jura E60 schaltet sporadisch ab und lässt sich nicht mehr einschalten - Injector - 23.08.2026

Dankeschön!

Da der Versand nach Österreich recht teuer ist, wollte ich die Platinenbauteile vor der Bestellung gründlich durchmessen, um direkt alles Nötige mitzubestellen. Ich habe dafür mittels KI schrittweise die vorgeschlagenen Messungen am Multimeter durchgeführt (ob das stimmt andere Sache).

Hier sind meine Messergebnisse von der Steuerung (Jura Impressa E60):
1. Optokoppler (MOC3062 / U3, U4, U5)
O1 (U3): Pin 1 auf 2 (Durchlass): 875 mV | Pin 2 auf 1 (Sperrrichtung): OL | Pin 4 auf 6 (200k): OL  OK
O2 (U4): Pin 1 auf 2 (Durchlass): 875 mV | Pin 2 auf 1 (Sperrrichtung): 837 mV (Durchschlag!) | Pin 4 auf 6 (200k): OL DEFEKT
O3 (U5): Pin 1 auf 2 (Durchlass): 875 mV | Pin 2 auf 1 (Sperrrichtung): 837 mV (Durchschlag!) | Pin 4 auf 6 (200k): OL DEFEKT
(Hinweis: Bei O2 und O3 lassen die internen Dioden Strom in Sperrrichtung durch, also 837 mV statt OL).

2. Dioden
D21, D22, D15, D16 (rot): Zeigen ~620 mV in Sperrrichtung. Die Werte klettern beim Messen langsam von 1400 bis ca. 1957 mV hoch. Das Verhalten wirkt auffällig (Elkos im Pfad laden sich auf). Werden pauschal gegen 1N4007 getauscht.

D11, D12, D13, D14 (türkis): Durchlass 709 mV / Sperrrichtung 509 mV. Liegt im eingebauten Zustand an der Parallelschaltung zum Motor/Gleichrichter, Bauteile sind sehr wahrscheinlich intakt.

D17, D18, D19, D20 (blau): Durchlass OL / Sperrrichtung 570 mV. Verbleiben ebenfalls auf der Platine.

3. Entstörkondensatoren (Gelbe X2-Folienblöcke)
Messung im 20M Omega-Bereich ergab 0,53. Das entspricht dem parallelen Entladewiderstand auf der Platine. Kein Kurzschluss vorhanden.

4. TRIACs (TR1, TR2, TR3)
Diodentest zwischen Mitte (A2) und den Außenbeinen (A1 / Gate) zeigt jeweils OL. Kein direkter Hauptschluss vorhanden.

Einkaufsliste für die Bestellung:
Neben den Gleichrichter-Dioden (1N4007) bestelle ich auf jeden Fall die Optokoppler MOC3062 für U4 und U5 (sowie U3 als Reserve) mit.

Passt das so von den Messwerten und der Diagnose her, oder sollte ich vor der Bestellung noch etwas anderes durchmessen?

Danke für eure Hilfe!

[Bild: 20260823-142839.jpg]